Schöne Aussichten

SABRINA SCHMIDT ARBEITET IM HÖCHSTEN TOWER DEUTSCHLANDS

Sabrina Schmidt hat den höchsten Arbeitsplatz am gesamten Flughafen, vielleicht sogar auch den schönsten. Der Eindruck drängt sich auf, wenn man der 24-Jährigen bei der Arbeit über die Schultern schaut. Der Blick aus der Kanzel gibt ein wunderbares 360°-Panorama über ganz Düsseldorf frei. In der Ferne zeigt sich der Kölner Dom, und die Ausläufer des Siebengebirges lassen sich von hier oben auch noch erahnen. Schönes Wetter vorausgesetzt. Diese prachtvolle Aussicht ist für Sabrina Schmidt aber nur angenehme Kulisse in ihrem Tagesgeschäft. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem nicht weniger imposanten Vorfeld des Düsseldorfer Flughafens, das sich 83 Meter unter ihr ausbreitet und auf dem es von Flugzeugen und Follow me-Fahrzeugen, Tankwagen und Gepäckkarren nur so wimmelt. Und natürlich gilt ihre Konzentration auch den Kontrollmonitoren vor ihr sowie dem Funkverkehr zu den Piloten und den Einweisern. Sabrina Schmidt ist Towerlotsin am Düsseldorfer Flughafen. Ein Beruf mit – im wahrsten Sinne – höchster Verantwortung. Ihr Arbeitgeber: die Deutsche Flugsicherung. 

Arbeitsinstrumente
Vom Kölner Dom können wir uns heute nicht ablenken lassen. Kein Wetter für Fernsicht. Dafür umso lieber von der Arbeit der Lotsen im Düsseldorfer Tower. Drei Lotsen und zwei Platzkoordinatoren bestreiten heute die Schicht. Ein so genannter Platzlotse übernimmt die anfliegenden Flugzeuge ab einer Entfernung von etwa zehn Meilen zum Flughafen. Er gibt die Runways für startende und landende Maschinen frei. Unterstützt wird er dabei von einem der Platzkoordinatoren. Sabrina Schmidt  kontrolliert heute den Rollverkehr auf dem westlichen Teil des Flughafenvorfelds, eine Kollegin den östlichen Part. Auf der Position „Delivery“ erteilt der zweite Platzkoordinator unter anderem den Piloten die Erlaubnis zum Anlassen der Triebwerke. 

„Scandinavian one six two four taxi holding point runway zero five right via Papa four, Mike and Lima niner“, lautet Sabrina Schmidts Anweisung an den Piloten der SAS-Maschine, die zur Runway rollt, um nach Stockholm zu fliegen. Zum besseren Verständnis im Funkverkehr verwenden Lotsen und Piloten standardisierte Formulierungen. In der Regel in Englisch übrigens. „Scandinavian Airlines Flug 1624, rollen Sie bis zur westlichen Haltelinie der südlichen Startbahn und nutzen Sie dazu die Rollwege P4, M und L9“, lautet die Übersetzung der knappen Sprachbotschaft. Sabrina Schmidt ist die Freude am Beruf anzusehen. „Ich habe mich schon als Kind für die Fliegerei interessiert.“ Anfangs wollte sie, wie so viele andere auch, Pilotin werden. Doch je mehr sie sich mit dem Thema auseinandersetzte, desto deutlicher kristallisierte sich heraus, dass Fluglotsin genau ihr Ding ist. Die gebürtige Hagenerin ist eine von insgesamt 2.000 Fluglotsen an vier deutschen Centerstandorten sowie an den 16 Towern der internationalen deutschen Airports, die für die sichere Kontrolle des Luftverkehrs sorgen. Pro Jahr kontrollieren die Spezialisten der DFS knapp drei Millionen Flüge.

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