High-Tech-Hummeln

DIE POLIZEIFLIEGERSTAFFEL IST AM DÜSSELDORFER AIRPORT ZUHAUSE

Wenn die „Hummel“ kommt, ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Mensch in Gefahr. Steigt sie von ihrer Station am östlichen Ende der Landebahn auf, heißt es höchste Konzentration für die Besatzung.

Airbus H145

Der putzige Name steht für die Polizeifliegerstaffel Nordrhein-Westfalen, die am Düsseldorfer Airport mit zwei Hubschraubern vertreten ist. Die Beamten sind rund um die Uhr einsatzbereit, um im Notfall innerhalb von zwei Minuten in die Luft zu gehen. Innerhalb von 30 Minuten sind sie an jedem Ort im Bundesland. Ihr Arbeitsgerät ist ein hochmoderner Helikopter vom Typ Airbus H145.

Arbeitsalltag à la Hollywood

Ramon Schrammek und Carsten Krämer sind zwei von 66 Polizisten der Fliegerstaffel NRW, die an den Flughäfen in Dortmund und Düsseldorf stationiert sind. Wenn sie von ihrem Arbeitsalltag erzählen, klingt das nach einem Actionfilm à la Hollywood. Verfolgungsjagden auf Verbrecher, Wasserrettungen aus dem Rhein, Observationen von Großveranstaltungen und Suche nach vermissten Personen sind zum Beispiel ihre Aufgaben.

„Ein Traumberuf“, wie beide sagen. Pilot Schrammek wollte schon immer einen Hubschrauber fliegen. Bevor er zur Fliegerstaffel wechseln konnte, musste er allerdings erst einige Jahre Erfahrung im Polizeidienst sammeln. So lauten die Vorgaben. Sein Kollege Krämer hatte die Wahl zwischen dem Wasserschutz und der Fliegerstaffel. Am Ende entschied er sich fürs Fliegen, hat aber trotzdem häufiger mit dem Wasser zu tun: „Es kam schon vor, dass ich aus dem Hubschrauber in einen Fluss gesprungen bin, um einen Ertrinkenden zu retten“, erzählt er.

TEAMWORK UND TECHNIK IN DER LUFT

„In der Luft müssen wir als Team eng zusammenarbeiten“, stellt der 41-jährige Polizeihauptkommissar klar. Als Operator bedient er auf der Rückbank des Hubschraubers die hochmodernen Kameras, deren Bilder etwa bei Demonstrationen live in den Führungsstab übermittelt werden können oder mit denen sich mittels Wärmebildkamera auch im Dunkeln Personen aufspüren lassen. „Die Kamera registriert eine Abweichung der Temperatur von weniger als 0,2 Grad“, erläutert Krämer. „Ist eine Person durch ein Feld gelaufen, sehen wir die Temperaturunterschiede noch eine halbe Stunde später auf dem Monitor.“

Im engen Austausch mit Schrammek und einem weiteren Piloten, der eine verantwortlich für den Flug-, der andere für den Polizeifunk, wird der Einsatz gemeistert und die Kollegen am Boden unterstützt. Manchmal hilft aber auch ihre Arbeit aus der Luft nicht weiter. „Einer meiner denkwürdigsten Einsätze war bei der Loveparade 2010 in Duisburg.“ Die Bilder von damals sind wohl noch vielen im Kopf.

DANKBARKEIT MOTIVIERT

Doch es gibt natürlich auch schöne Seiten des Jobs: „Wenn wir eine vermisste Person gefunden und die Kollegen sie zurück zu ihrer Familie gebracht haben, bekommen wir manchmal Dankesschreiben von den Angehörigen“, erzählt Polizeihauptkommissar Schrammek. „So etwas freut uns natürlich sehr und motiviert ungemein.“ Etwa 2.000 Einsätze hat die Fliegerstaffel pro Jahr. Hinzu kommen Übungs- und Testflüge. „Wir sind eigentlich täglich in der Luft“, sagt Schrammek. Neben Ad-hoc-Flügen hat die Fliegerstaffel auch geplante Einsätze, wie etwa beim Start der Tour de France oder dem G20-Gipfel in Hamburg. Seit diesem Jahr ist die Staffel komplett auf das Modell H145 umgestellt worden. Dieser Hubschrauber ist nicht nur größer und leistungsfähiger als sein Vorgänger, ein BK117, sondern auch leiser und treibstoffsparender.

Nicht ohne Stolz präsentieren die beiden Polizisten die Besonderheiten des Fluggeräts, zeigen, wo die Kameras verbaut sind und erläutern die Instrumente im Cockpit. „Es ist schon toll, so einen modernen Hubschrauber fliegen zu dürfen“, sagt Schrammek. Und wenn die Hummel dann noch Menschen retten kann, oder beim Aufklären von Verbrechen hilft, ist es umso besser.

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