Ein helles Köpfchen

MICHAEL HABERZETTL SORGT FÜR LICHT AM AIRPORT

Für DUSmomente gewährt Michael Haberzettl, Gruppenleiter Niederspannungstechnik am Airport, einen Blick in seinen Arbeitsalltag und hinter die Kulissen der aufwändigen Beleuchtung im Terminal.

LED per Leuchtschrift geschrieben
Wie kommt die Waschmaschine ins Terminal? Oder besser gesagt, gleich 250 Wasch-maschinen? Durch LED-Technik natürlich. LED-Technik? Vor einem Jahr hat der Düsseldorfer Flughafen ein neues Beleuchtungskonzept in seiner Check-In-Halle umgesetzt – und in diesem Zuge 336 alte Halogenentladungsleuchten durch 254 LEDs ersetzt. Die Folge davon: ein noch angenehmeres und vor allem auch gleichmäßigeres Licht auf der Abflugebene sowie eine immense Energieersparnis. „Bei einem Verbrauch von circa 63,5 Kilowattstunden (kWh) sparen wir so rund 270 kWh. Pro Stunde!“, rechnet Michael Haberzettl vor. Womit wir auch schon bei den Waschmaschinen wären. Das entspricht nämlich ungefähr 250 Waschgängen mit einer handelsüblichen Maschine bei einem Verbrauch von 1,1 kWh.

Ganz schön viele Zahlen auf einmal. Und Haberzettl hat noch mehr auf Lager: „Die neuen, modernen Leuchtdioden, kurz LEDs, unter dem Terminaldach reduzieren den Strombedarf um 75 Prozent. Davon profitiert auch die Umwelt. Stündlich werden so nämlich 160 Kilo CO2 eingespart. Auf ein Jahr gesehen, macht das dann 1.280 Tonnen CO2 weniger.“

Langlebig und energiesparend

Es ist offensichtlich: Das Thema „Wie lässt sich Energie einsparen?“ ist das Steckenpferd des 55-jährigen gelernten Energieanlagen-elektronikers. Daher hat er schon vor
zehn Jahren die blauen Leuchten am Fuß der Stahlsäulen im Terminal durch entsprechende LEDs ersetzen lassen. Die neuen, 28 Kilo schweren Hallenstrahler unter dem Terminaldach folgten. Analog dazu soll auch der Ankunftsbereich energiesparender und heller werden und wird daher aktuell umgerüstet. Außerdem soll in diesem Jahr die Beleuchtung in den 14 Ein- und Ausgängen zur Abflugebene auf LEDs umgestellt werden.

Mindestens zehn Jahre lang sind die neuen Anlagen dann in der Regel wartungsfrei. „Wenn sie gut betreut werden“, betont Haberzettl. „Hitze, zum Beispiel, ist schädlich. Zu warme Temperaturen machen die LEDs anfällig. Ein gutes Temperaturmanagement ist daher das A und O.“ Die Bedingungen im Terminal mit seiner guten, ständigen Lüftung und Kühlung, sind im Grunde optimal und helfen dabei, die volle Lebensdauer der Lichtanlagen auszuschöpfen.

Ein vielfältiger Job

So weit, so gut. Aber was genau ist nun eigentlich Haberzettls Job bei dem Ganzen? Um selbst irgendwo herumzuschrauben, fehlt meistens die Zeit. Stattdessen plant, installiert, betreibt, überwacht und wartet er die gesamte Beleuchtungstechnik in allen Gebäuden, die dem Airport obliegen. „Von der Klemme bis zum Verbraucher, also der Leuchte beispielsweise an sich, überlege ich, was wo wie am sinnvollsten zum Einsatz kommt“, erklärt der 1,90 Mann aus Erkrath im Norden Düsseldorfs.

Er plant also neue Anlagen und betreut die bestehenden. Er saniert, modernisiert, baut um und setzt instand. Von der Terminalbeleuchtung über die überwachten Notbeleuchtungen in den Parkhäusern bis hin zur Baustromversorgung. Er wartet alle Anlagen gemäß der gesetzlichen Vorgaben und sorgt dafür, dass sie auf dem Stand der Technik bleiben.

„Auch nach 19 Jahren am Flughafen macht das immer noch viel Spaß“, so Haberzettl. „Weil es so vielfältig ist. Im Grunde sitzen wir überall mit drin: Sobald es bei einem Projekt um das Thema Energieversorgung geht, sind wir mit an Bord.“ Sein Büro, in dem er allerdings eher selten anzutreffen ist, hat der Vater von zwei Söhnen passenderweise im Umspannwerk. Dem Umspannwerk? „Das ist der Energieerzeuger des Airports“, erklärt er. „Hier wird der Strom für den Flughafen erstellt und umgewandelt. Wir sind also quasi die große Batterie, die den Strom dann auf die vielen kleinen Batterien verteilt.“

Die menschliche Batterie

Die Analogie trifft auch auf Haberzettl selbst zu: Er ist die große Batterie, bei der alles rund um Beleuchtungstechnik zusammenläuft. Die große Batterie, die alles plant und steuert und die letztliche Ausführung an viele kleine Batterien, häufig Fremdfirmen, weitergibt.

Da verwundert es nicht weiter, dass er häufig nur in den frühen Morgenstunden in seinem Büro anzutreffen ist. Die restliche Zeit ist er unterwegs, beispielsweise im Terminal. Im Blick hat er dann die Beschilderung. Denn auch die ist beleuchtet und auch dafür ist er zuständig. Oder die großen Werbeflächen. Sind dort irgendwo Schatten erkennbar, heißt das, dass eine der LED-Platten fehlerhaft ist und ausgetauscht werden muss. Oder eben die großen Hallenstrahler unterm Terminaldach.

Plötzlich lacht Haberzettl und fragt: „Wer macht im Terminal eigentlich das Licht an – oder aus?“ Die Antwort darauf gibt er gleich selbst. „Im Grunde ist die Beleuchtung hier dauerhaft an – egal, ob Tag oder Nacht, Sonnenschein oder Regen. Zentrale Sensoren auf dem Dach messen, wie hell es draußen ist. Abhängig davon, wird die Beleuchtung im Terminal prozentual geregelt. Die große Kunst dabei ist, dass es überall gleichmäßig hell ist. Hell genug, damit Passagiere, Besucher und Mitarbeiter alles gut erkennen und sich zurechtfinden können. Ohne dass gleichzeitig jemand geblendet ist. Und das haben wir, denke ich, bei der Umstellung hier in der Check-In-Halle ganz gut hinbekommen.“ Womit wir wieder bei Haberzettls Lieblingsthema wären: der LED-Technik.

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