Eklig bis skurril

MARCEL SPREYER ZEIGT UNS KURIOSE FUNDSTÜCKE DES ZOLLS

Man muss mit allem rechnen. Was der Zoll am Düsseldorfer Flughafen aus dem Gepäck von Reisenden zieht, ist wirklich kaum zu glauben. Oft ist es skurril, zuweilen eklig und manchmal sogar gefährlich.

Schlagring und Taschenlampe
Tag für Tag werden am Airport die verrücktesten Entdeckungen gemacht. Die häufigsten Schmuggelwaren: Zigaretten, exotische Tiere, Waffen, gefälschte Markenwaren, Arznei- und Betäubungsmittel, Drogen und jede Menge unangemeldetes Bargeld. Leicht zu finden sind all diese Dinge oftmals nicht, denn die Verstecke der Schmuggler werden immer kreativer. Aber die Beamten des Hauptzollamts am Airport sind wachsam.

Schlangen, Elektroschocker und Schlagringe

„Im Laufe der Jahre habe ich hier im Gepäck so ziemlich alles gesehen – von der Flasche Whisky eines deutschen Touristen aus Thailand mit eingelegter Kobraschlange, über eine Taschenlampe mit integriertem Elektroschocker, jede Menge Schlagringe, geschützte Muscheln und Korallen, bis hin zum echten Schildkrötenkopf im Koffer eines Reisenden aus Honduras“, sagt Zollamtsinspektor Marcel Spreyer schmunzelnd. Seit über 20 Jahren ist der Mönchengladbacher beim Zoll tätig, seit 2006 am Düsseldorfer Airport.

Aus China erreichen Düsseldorf häufiger Musikinstrumente, die mit Schlangenhaut bespannt sind. Lebende Schildkröten wurden schon in Plastikdosen transportiert. Ein Biologie-Assistent schmuggelte fast zwei Dutzend lebende Goliath-Vogelspinnen aus Brasilien. Im Frachtbereich konnten ein ausgestopfter Steinadler, ein Braunbär und ein Schimpanse in Kisten sichergestellt werden. „Gute“ Versuche, aber trotzdem blieben all diese geschmuggelten Waren letztlich nicht unentdeckt. Spreyer: „Einmal hatte ein Musiker aus Amerika eine echte wertvolle Stradivari-Geige aus dem 16. Jahrhundert im Gepäck – die war aber korrekt angemeldet.“

Jede Menge Büroarbeit

Bei der Kontrolle sind die Zollbeamten immer mindestens zu zweit im Einsatz. Einfuhrbestimmungen in den europäischen Binnenmarkt, Artenschutz, Waffenrechte, Arzneimittelgesetze, veterinärmedizinische Richtlinien – jede Menge Rechtsvorgaben haben die Beamten bei ihrer Arbeit zu beachten. Wie reagieren die Passagiere auf die Kontrolleure? „Einige sind genervt, wenn sie überprüft werden. Falls sie dann auch noch mit verbotenen Waren erwischt werden, reagieren sie zuweilen ungehalten.

Aber es gibt auch viele Reisende, die verständnisvoll und einsichtig sind“, berichtet Marcel Spreyer. Ärger möchte mit dem Zollbeamten sicherlich niemand haben, denn der 41-Jährige ist ein sympathischer, aber auch kräftiger Typ, der schon alleine mit seiner Statur Eindruck macht. Im Fall eines Fundes gibt es für die Zöllner immer viel zu tun. Spreyer: „Der Reisende muss weiter im Blick behalten, das Vorgehen erklärt, der Gegenstand sichergestellt, die Vernehmung durchgeführt und schließlich gegebenenfalls ein Strafverfahren eingeleitet werden. Danach folgt noch jede Menge Büroarbeit.“

SKURRILE VERSTECKE

Zuweilen ist es aber nicht einmal die Schmuggelware, die so schräg ist, sondern die Verstecke. Einige Reisende zeigen sich kreativ. „Da muss man echt immer ganz genau hinschauen. Wir haben sogar schon Dinge aufgespürt, die in Brot eingebacken waren“, erzählt Marcel Spreyer. „Auch in geleerten Rasierschaumdosen oder Sonnenmilchbehältern sind wir schon fündig geworden. Da macht es schon Mal stutzig, wenn zum Beispiel die Gewichtsangaben auf den Behältern überhaupt nicht passen.“

Ein anderes beliebtes Versteck ist der doppelte Boden im Koffer. Spätestens im Röntgengerät fallen die Objekte mit Einfuhrverbot aber auch an den ungewöhnlichsten Orten auf. Oder der Spürhund, der den Zöllnern zur Seite steht, hat letztlich den richtigen Riecher.

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