Eine Landung geht um die Welt

FLUG EK55 DUBAI - DÜSSELDORF

An diese Landung werden sich die 446 Passagiere von Flug EK55 aus Dubai vermutlich noch lange erinnern. Während Orkantief Xavier im 6. Oktober über Deutschland hinweg fegt, setzt der A380 der Fluggesellschaft Emirates nach sechs Stunden Flugzeit in Düsseldorf zur Landung an.

Schlagzeilen
Das größte Passagierflugzeug der Welt schaukelt sich im Sturm in Richtung Piste. Alles sieht ganz normal aus, bis der Riesenvogel mit Aufsetzen auf die Landebahn von einer sehr heftigen seitlichen Böe erfasst wird. Über 300 Tonnen Gewicht schlingern binnen Sekunden mehrfach stark hin und her. Die Menschen an Bord werden kräftig durchgeschüttelt, bevor der A380 sicher von der Landebahn abrollt und die Parkposition C02 ansteuert.

TAGESTHEMEN, CNN, DAILY MAIL...

Planespotter Martin Bogdan filmt die Landung zufällig vom Flughafenzaun aus und stellt das spektakuläre Video noch am selben Tag in seinen YouTube-Kanal „Cargospotter“. „Ich habe in den letzten Jahren Tausende Landungen bei starkem Seitenwind auf vielen europäischen Flughäfen gefilmt, aber diese Landung des Airbus A380 war extrem hart und außergewöhnlich“, erzählt Bogdan.

Als die Maschine sich im Anflug befindet, habe es noch wie ein normaler Anflug bei starkem Seitenwind ausgesehen, schreibt Bogdan unter seinem Video. Doch dann wird es plötzlich schwierig: „So eine enorme Reaktion einer Maschine nach dem Aufsetzen habe ich noch nie beobachtet“, urteilt der YouTuber.

Martin Bogdans Video verbreitet sich binnen weniger Stunden viral über die ganze Welt. In Deutschland schaffen es seine Bilder bis in die Tagesthemen. In den USA veröffentlicht unter anderem CNN das Video, in Großbritannien die Daily Mail und der New Zealand Herald verschafft Düsseldorf am anderen Ende der Welt eine ungewollte Aufmerksamkeit. In nur zwei Tagen schauen sich über 7,5 Millionen Menschen auf der ganzen Welt das Video an. Der Cargospotter, Emirates und Düsseldorf sind für einige Tage weltweit in aller Munde.

LOB FÜR DEN PILOTEN

Dabei übertreffen sich die Überschriften in Superlativen. Von „spektakulär“ über „dramatisch“ bis zur „Horror-Landung“, wie ein großes deutsches Boulevard-Blatt titelt, ist alles dabei.

Doch allen Zuspitzungen und Übertreibungen zum Trotz: Experten wie Markus Wahl von der Vereinigung Cockpit halten die Landung für weniger spektakulär als es das Video vermuten lässt: „Die Kollegen im Cockpit haben hier ohne Zweifel einen super Job gemacht. Das war harte Arbeit und erforderte eine schnelle Reaktionsfähigkeit. Das schafft kein Autopilot“, erklärt der Pilot. „Solche unvorhersehbaren Situationen werden jedoch sehr regelmäßig im Simulator geübt. Und moderne Flugzeuge sind für diese Belastungen ausgelegt. Die könne das ab. Somit war das zwar eine außergewöhnliche, weil harte Landung. Gefährlich war sie aber nicht.“

Und auch im Netz ernten die Piloten jede Menge Lob von den Usern. „Chapeau den Piloten“, „Tolle Leistung“ und „Eier aus Stahl“ lauten nur einige der vielen Tausend Kommentare in den Sozialen Medien. Recht haben sie.

Die Landung in voller Länge

 

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