Wiener Schmäh Inklusive

NIKI-FLUGBEGLEITER MACHEN SICH                                            FÜR IHREN TRAUMJOB FIT

NIKI
„Ich verlasse mich auf Sie“, sagt Anita Hörandl und lässt den Passagier an seinem Fenster am Notausgang zurück. 22 Augenpaare verfolgen jede ihrer Bewegungen. Fünf aufmerksame Männer und 17 wissbegierige Frauen merken sich ihre Anweisungen. Und stehen nun selbst im Fokus. Ein junger Mann nimmt ihren Platz ein und spricht die Passagiere an: „Prägen Sie sich die Symbole an der Tür ein“, beginnt er noch etwas zögerlich, um immer selbstbewusster fortzufahren. „Sehen Sie aus dem Fenster, ob Rauch, Wasser oder Feuer erkennbar sind. Öffnen Sie die Tür nur, wenn das nicht der Fall ist. Ziehen Sie den Hebel für die Notrutsche und klettern Sie auf die Tragfläche“, lauten einige seiner präzisen Sätze. „Ich verlasse mich auf Sie“, endet auch er. Willkommen in der Flugbegleiter-Schulung bei Niki.

DAS GEWISSE EXTRA

Wer bei der österreichischen Airline nach 40 Tagen Ausbildung an Bord arbeiten möchte, lernt in praktischen Übungen wie dieser den Umgang mit Passagieren und Gefahrensituationen. Um diese ruhig und souverän zu meistern, setzt die Flugsicherheitstrainerin Anita Hörandl bei der Unterrichtseinheit „Normal and Emergency Procedure“ neben der reinen Theorie eben auch auf Rollenspiele. „So bleiben die sicherheitsrelevanten Themen einfach besser im Kopf und laufen in der realen Situation hoffentlich automatisch ab“, erklärt die 31-Jährige.

Für die Schulung des rheinländischen Niki-Kabinennachwuchses ist die gebürtige Wienerin zum ersten Mal länger in Düsseldorf. Das hat sie mit ihrer Airline gemeinsam. Denn Niki hat zum Beginn des Sommerflugplans 16 touristische Strecken seines Partners Air Berlin übernommen und gehört nun fest zum Bild des größten Flughafens Nordrhein-Westfalens dazu. Eine weitere Gemeinsamkeit von Niki und Hörandl ist das Lieblingsziel Mallorca. Niki fliegt die Strecke Düsseldorf-Palma zwischen 32- und 45-mal pro Woche. Und auch die ausgebildete Flugbegleiterin zählt die Mittelmeerinsel zu ihren Favoriten.

Für die ehemaligen Air-Berlin-Passagiere auf dem Palma-Express – und natürlich auch auf allen anderen Strecken – ändert sich dagegen nur das Erscheinungsbild ihres Carriers. „Hinzu bekommen sie allerdings das gewisse Extra“, lacht Hörandl und meint damit den Niki-Flair mit Wiener Schmäh, der dank österreichischem Charme bereits über den Wolken Urlaubsstimmung verbreitet. Was ihren künftigen Arbeitgeber außerdem ausmacht haben die 22 Anwärter bereits in Unterrichtseinheiten wie „Company Introduction“ und „Catering/Service“ verinnerlicht.

DIE WICHTIGSTE EIGENSCHAFT? FLEXIBILITÄT!

Auch die Kleidung der Flugbegleiter, die dem Namen Uniform eigentlich gar nicht mehr entspricht, ist mit lockerer Jeans und pinker Bluse so ein gewisses Extra. Welches Make-up und welche Frisur zu diesem Outfit passen, haben die angehenden Niki-Mitarbeiter bereits in einem Styling-Tutorial gelernt. „Hier holen wir professionelle Make-up-Artisten an Bord, die je nach Typ – oder Geschlecht – beraten. Das fällt nicht mehr in mein Ressort“, schmunzelt die Sicherheitstrainerin.

„Und schwimmen gehe ich diesmal auch nicht.“ Mit „schwimmen“ meint die Ausbilderin, das „Practical Water Survival“, das sie bei anderen Kursen leitet und diesmal einem Kollegen überlassen hat. Um bei der hochkomplexen und anstrengenden Notwasserübung so realistisch wie möglich zu trainieren, haben die angehenden Flugbegleiter in Wellenbädern in Neuss und Essen geprobt. Welche Voraussetzung man für den Beruf über den Wolken mitbringen sollte, resümiert dann aber wieder Hörandl: „Flexibilität ist die wichtigste Eigenschaft. Und gute Menschenkenntnis. Man muss sich auf die unterschiedlichsten Menschen von Rentner über den Partygänger bis zum Geschäftsreisenden einstellen.“

Bewerber müssen darüber hinaus mindestens 18 Jahre alt sein, eine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung haben und über gute Deutsch- und Englischkenntnisse verfügen.
Die 22 Kursteilnehmer von Anita Hörandl haben ihre Abschlussprüfung mittlerweile erfolgreich hinter sich gebracht und ihren ersten Flug absolviert. Die Passagiere konnten sich auf sie verlassen.

NIKI IN DÜSSELDORF

Flugziele: Alicante, Faro, Fuerteventura, Funchal, Gran Canaria, Heraklion, Ibiza, Kos, Lanzarote, Malaga, Ponta Delgada, Palma de Mallorca, Rhodos, Samos, Santa Cruz de la Palma, Teneriffa-Süd

Niki stationiert hier im Sommer bis zu acht A321-Flugzeugemit jeweils 212 Sitzen. Eigene Crews sind in der Rhein-Metropole angesiedelt. Damit ist Düsseldorf für Niki die größte Basis. Neue Ziele sind mit dem Fokus auf Warmwasserdestinationen sind in Planung.

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