Bezeichnend

WARUM MANCHE FLUGZEUGKENNZEICHEN SINNHAFT SIND UND ANDERE NICHT

Die eigenen Initialen, dazu das Geburtsdatum. Oder das Gründungsjahr des Lieblingsfußballclubs. Oder sogar der Hochzeitstag. Alles ist möglich auf den Nummernschildern deutscher Autos, sofern das Wunschkennzeichen noch nicht vergeben ist. Geht das eigentlich auch bei Flugzeugen? Ja und nein. Auch Flugzeuge haben Kennzeichen, diese Voraussetzung wäre also schon einmal erfüllt. Und manche Länder erlauben tatsächlich Wunschkennzeichen! Die müssen natürlich in das jeweilige System passen.

Flugzeug-Kennzeichen
Für alle Staaten gibt es eine Länderkennung, die aus Buchstaben oder aus einer Buchstaben-und-Zahlen-Kombination besteht. Diese Kürzel sind nicht immer logisch. „D“ steht für Deutschland, „F“ für Frankreich, das ist noch einleuchtend. Bei „OY“ für Dänemark fehlt schon jeder Bezug und warum „4X“ die Kennung für Israel ist, wird wohl für alle Ewigkeiten das Geheimnis der Weltluftfahrtorganisation ICAO bleiben.

Dabei ist der „Schuldige“ jemand ganz anderer. Die Internationale Fernmeldeunion (ITU) hat jedem Staat einen Buchstabenbereich für die Rufzeichen seiner Funkstationen zugewiesen. Für die Registrierung von Flugzeugen konnte jedes Land selbst aus diesem Bereich seine Kombination wählen und musste diese dann der ICAO melden. Die gilt jetzt und die Kennzeichnung aller zugelassenen Flieger beginnt damit. Was danach kommt, macht jedes Land anders. Buchstaben und Ziffern sind möglich. Manche Staaten, wie Deutschland, haben ein richtiges System, wirklich individuelle Kennzeichen sind damit nur eingeschränkt möglich.

Freiheiten

Andere Länder sind flexibler: Großbritannien zum Beispiel. Der Landescode ist ein „G“, gefolgt von vier weiteren Buchstaben, die mit einem Trennstrich abgesetzt werden, also G-ABCD. Alles, was mit vier Buchstaben irgendeinen Sinn ergibt und dem Besitzer des Flugzeugs gefällt, ist möglich und wird auch vergeben. Ein paar Beispiele: G-LUCK ist eine private Cessna 150, G-GOOD kennzeichnet die einmotorige Socata TB20 eines Londoner Privatmannes. Die Flugzeugkennzeichen der Airline Virgin Atlantic beginnen alle mit „G-V...“. So fliegen dann G-VSXY, G-VBIG oder G-VNEW regelmäßig durch die Welt.

Die Isle of Man hat im Mai 2007 die Erlaubnis bekommen, ein eigenes Flugzeugregister zu eröffnen. Obwohl die Insel kein souveräner Staat ist, darf der Buchstabe „M“ als Landeskennung verwendet werden. Seitdem werden Dutzende von Privatjets auf dem kleinen Eiland angemeldet, um der Einfuhrsteuer, die die Europäische Union erhebt, zu entgehen. Und hier ist auch alles erlaubt. M-AJOR ist ein Hubschrauber vom Typ Agusta Westland AW-139, M-OUSE ein Cessna Citation C510 Privatjet, M-OLLY eine Cessna C525.

Die Amerikaner, bei den Autokennzeichen vollkommen liberal, erlauben bei der Registrierung von Flugzeugen wenig. Das System in den USA ist etwas anders. Nach der Landeskennung „N“ folgt eine Kombination aus Buchstaben und Ziffern, die maximal fünf Zeichen lang sein darf. Zur besseren Veranschaulichung: N12345, N123AB oder N123 sind erlaubt. Viele Airlines versuchen ihren Zwei-Letter-Code in dem Kennzeichen unterzubringen. N408UA ist beispielsweise ein Airbus A320 von United, N386AA eine Boeing 767 von American.

Klare Regeln

Und wie machen das die Deutschen? Natürlich ganz genau, hier gibt es eine Luftverkehrszulassungsordnung, nach der alle Flugzeuge in Gewichtsklassen und Arten eingeteilt sind. Arten können Segelflieger, Ballons oder Motorsegler sein. Für jede Gruppe ist ein Buchstabe vergeben, der nach der Landeskennung erscheint. „A“ steht für Flugzeuge mit einem Gewicht von mehr als 20 Tonnen. In dieser Klasse befinden sich alle Verkehrsflugzeuge, wie der Airbus A320 oder die Boeing 737. „B“ beschreibt die Gruppe der Maschinen von 14 bis 20 Tonnen, mit „H“ beginnen alle Hubschrauberzulassungen, „K“ sind die Motorsegler. Für individuelle Kennzeichen bleibt da wenig Spielraum. Bei Lufthansa wird der zweite Buchstabe als Code für den Hersteller verwendet, danach folgt eine beliebige Kombination aus zwei weiteren Lettern. D-ABYA ist zum Beispiel eine Boeing 747, D-AIZD ein Airbus A320. Condor hat die gleiche Systematik aus den Tagen beibehalten, als die Airline noch Teil des Lufthansa-Konzerns war. Germania macht es wieder ganz anders, Sun Express Deutschland auch. Wer sich für die Flotten von Airlines interessiert, dem empfehlen wir die Website airfleets.net. Hier sind alle großen und viele kleinere Fluggesellschaften detailliert aufgelistet. Manche Länder veröffentlichen sogar ihr komplettes Flugzeugregister im Web, darunter Großbritannien unter caa.co.uk und erstaunlicherweise sogar die USA: registry.faa.gov.

LÄNDERKENNUNGEN

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