KINDERLIEDERMACHER

VOLKER ROSIN

Volker Rosin ist der König der Kinderdisco. Seit fast vier Jahrzehnten ist der 61-jährige aus keinem Kinderzimmer wegzudenken. Auch beim Kinderflughafenfest am Airport tritt der Düsseldorfer seit Jahren auf und begeistert große und kleine Fans. Eine exklusive Gesangseinlage gab es beim Interviewtermin mit DUSmomente.

Beim Kinderfest am Airport bist Du seit Jahren Stammgast. Wie ist es, als Düsseldorfer „zuhause“ aufzutreten?

ROSIN Das ist immer wieder schön, denn die Kinder und Eltern sind hier gut drauf. Eine Besonderheit beim Flughafen ist, dass es einen eigenen Bereich vor der Bühne gibt, in dem nur Kinder stehen dürfen. Das finde ich toll. Besonders freut mich auch, dass meine Mutter hier jedes Mal mit dabei ist.

 Wie kommen Dir die Ideen zu Liedern wie das „Singende Känguru“ oder das „Nilpferd mit dem Dudelsack“?

ROSIN  Meistens mache ich mir zunächst Gedanken, welches Thema der Song beinhalten soll und setze mich danach an die Arbeit. Früher habe ich viele Ideen durch meine eigenen Kinder bekommen. Heute kommen die manchmal einfach so angeflogen. In mir selbst steckt noch viel Kind, deswegen fällt mir das leicht.

 Deine Lieder sind nicht nur national bekannt, auch in vielen Ferienhotels erschallt „Der Gorilla mit der Sonnenbrille“ aus den Boxen der Minidisco. Teilweise sogar in der Landessprache! Wenn Du selbst grade Urlaub machst, ist das dann schön oder anstrengend?

ROSIN  Es passiert immer wieder, dass ich im Urlaub im Restaurant oder an der Bar sitze und nebenan ist Kinderdisco und meine Lieder laufen rauf und runter. Ich gehe dann gerne hin und sage „Hallo“. Mir macht es viel Spaß, von den Kindern erkannt zu werden, Autogramme zu geben oder Fotos zu machen. Es ist eher so, dass sich meine Freunde manchmal beschweren, wenn sie im Urlaub jeden Abend meine Lieder hören müssen (lacht).

 Warum eigentlich Kindermusik?

ROSIN  Kinder sind das beste und ehrlichste Publikum der Welt. Sie reagieren spontan auf das, was man tut. Sie warten nicht ab, sondern man macht ihnen ein Angebot und entweder sie lieben es oder sie hauen ab, wenn es ihnen nicht gefällt. Das merke ich auch bei meinen Konzerten; kein Auftritt ist wie der andere, da muss ich immer variieren.

 Du machst seit über 35 Jahren Musik für Kinder. Da kommt es doch sicher mal vor, dass Du von früheren Fans, die jetzt Eltern sind, erkannt wirst?

ROSIN  Ja, da kommen manchmal ganz alte Sachen zum Vorschein. Neulich hat mir eine Mutter von ihrem Lieblingslied „Mein Pony, das heißt Fridolin“ erzählt. Das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Als Künstler habe ich einen großen Vorteil: Mein Publikum wird nicht älter. Vor 35 Jahren waren die Kinder auf meinen Konzerten schon sechs Jahre alt und heute sind die Kinder immer noch sechs Jahre. Und es kommt alles wieder. Mein Lied vom Känguru war vor zehn Jahren ein Riesenhit am Ballermann, nachdem DJ Ötzi das gecovert hatte.

 Was hörst Du privat gerne für Musik?

ROSIN  Ich bin eigentlich für alles offen. Meine CDSammlung reicht von A wie Abba bis Z wie Frank Zappa. Ich höre aber tatsächlich sehr gerne Schlager oder Latino-Musik wie Salsa, Merengue und Bachata. Ich habe zum Beispiel eine Sammlung aus der Dominikanischen Republik.

 Ist das auch eins Deiner Lieblingsreiseziele?

ROSIN  Ich war schon in der Dominikanischen Republik und finde es dort toll, aber meine liebsten Urlaubsziele sind die Nord- und Ostsee. Ich bin gerne auf Wangerooge und laufe da am Strand entlang, gerne auch im Winter. Schön durch die Kälte laufen, anschließend heißen Kakao trinken und dann in die Sauna. Das ist meine Art, meine Akkus wieder aufzuladen. Und da entstehen auch die Ideen für neue Songs. Zum Beispiel ist „Urlaub, endlich Urlaub“ bei Minus 13 Grad auf Wangerooge entstanden.

 Seit Januar gibt es die Volker Rosin Stiftung. Wen unterstützt Du damit?

ROSIN  Mir geht es vor allem darum, mit Musik Kindern zu helfen, die im Abseits stehen. Wir möchten Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen, Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen helfen. Musik ist international verständlich und verbindet, sie fördert und stärkt die Persönlichkeit. Wir wollen Kinder dabei unterstützen, selber zu musizieren und zu singen und dabei Gemeinschaft zu erfahren. Noch sind wir ganz am Anfang unserer Arbeit, aber die Zielgruppe sollen vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder sein. Wer mehr erfahren möchte, kann sich im Internet auf volkerrosinstiftung.de informieren.

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