FLUGHAFEN-GESCHÄFTSFÜHRER

THOMAS SCHNALKE

Auf einen Kaffee trifft man sich immer gerne. Am liebsten an einem Ort, an dem nette Menschen sind. Mitten im Terminal hielten Flughafensprecher Christian Hinkel und Geschäftsführer Thomas Schnalke für einen Moment inne. Wie tickt der erfolgreiche Flughafen-Manager? Wie denkt der Mensch Thomas Schnalke? Eine Momentaufnahme.

Hinkel Hallo Herr Schnalke, vielen Dank, dass Sie sich für eine Tasse Kaffee mit uns Zeit genommen haben. Wir haben in den vergangenen Jahren schon viele Interviewsituationen hinter uns gebracht. Welche Frage würden Sie sich in einem Interview eigentlich selber stellen?

Schnalke  Ich würde mich fragen, was mir an meinem Job am besten gefällt.

HINKEL  ...und wie würde Ihre Antwort lauten?

SCHNALKE  Die Vielfalt der Themen am Flughafen und die Zusammenarbeit mit den vielen Menschen, die täglich dafür sorgen, dass dieses komplexe Räderwerk „Flughafen“ funktioniert.

Hinkel  Nun sind Sie bereits seit zwölf Jahren Geschäftsführer des größten Flughafens im bevölkerungsreichsten Bundesland. Erinnern Sie sich noch, was das letzte war, das Sie abends gemacht haben, bevor Sie diese Position angetreten haben?

SCHNALKE  Ich habe ein Glas Wein mit meiner Frau getrunken und mich auf den neuen Berufsabschnitt gefreut.

HINKEL  Als Geschäftsführer des Airports stehen Sie ständig unter hohem Druck. Aktuell fiebern Sie sicherlich der Änderung der Betriebsgenehmigung durch das Ministerium entgegen. Trotzdem erlebe ich Sie gerade gewohnt entspannt und abgeklärt. Sind Sie sich in dieser Sache schon sehr sicher?

SCHNALKE  Nein, das ist ganz klar nicht der Fall. Aber es ist einfach nachvollziehbar, dass wir als Flughafen Perspektiven brauchen. Der Luftverkehr ist eine Wachstumsbranche und eine wichtige Stütze für die konjunkturelle Entwicklung unseres Landes. Unser Airport ist hierbei NRWs leistungsstarkes Drehkreuz in die Welt. In der Region leben 18 Millionen Menschen. Sie alle wollen heutzutage mobil sein. Und auch NRWs Wirtschaft braucht dringend Verbindungen zu den bedeutenden Wirtschaftsmetropolen der Welt. Darum wollen wir zukünftig flexibler und bedarfsorientierter mit unserem bestehenden Pistensystem in den Tagesstunden arbeiten können. Hierzu sind wir vergangenes Jahr sehr frühzeitig mit unseren Nachbarn in einen Dialog eingetreten.

HINKEL  Drei Worte, die Ihnen spontan zum Düsseldorfer Airport einfallen?

SCHNALKE  Bewegung, Innovation und Fröhlichkeit.

HINKEL  Als Geschäftsführer des Airports stehen Sie ständig unter hohem Druck. Aktuell fiebern Sie sicherlich der Änderung der Betriebsgenehmigung durch das Ministerium entgegen. Trotzdem erlebe ich Sie gerade gewohnt entspannt und abgeklärt. Sind Sie sich in dieser Sache schon sehr sicher?

SCHNALKE  Nein, das ist ganz klar nicht der Fall. Aber es ist einfach nachvollziehbar, dass wir als Flughafen Perspektiven brauchen. Der Luftverkehr ist eine Wachstumsbranche und eine wichtige Stütze für die konjunkturelle Entwicklung unseres Landes. Unser Airport ist hierbei NRWs leistungsstarkes Drehkreuz in die Welt. In der Region leben 18 Millionen Menschen. Sie alle wollen heutzutage mobil sein. Und auch NRWs Wirtschaft braucht dringend Verbindungen zu den bedeutenden Wirtschaftsmetropolen der Welt. Darum wollen wir zukünftig flexibler und bedarfsorientierter mit unserem bestehenden Pistensystem in den Tagesstunden arbeiten können. Hierzu sind wir vergangenes Jahr sehr frühzeitig mit unseren Nachbarn in einen Dialog eingetreten.

HINKEL  Sie sind selbst Familienvater und leben in Flughafennähe. Können Sie die Bedenken einiger Anwohner verstehen?

SCHNALKE  Na klar. Selbstverständlich weiß ich um die Belastungen der Anwohner durch den Flugbetrieb. Umso mehr bin ich mir unserer Verantwortung gegenüber den Nachbarn bewusst. Zusammen mit den Airlines haben wir über 65 Millionen Euro in Schallschutzmaßnahmen investiert. Dieses Programm, das eigentlich im Juli 2014 ausgelaufen wäre, setzen wir auf freiwilliger Basis weiter fort. Sollte unser Vorhaben umgesetzt werden, nehmen wir weitere 20 Millionen Euro zum Schutz der Anwohner in die Hand, um auch die Instandhaltungskosten der Schallschutzmaßnahmen zu bezuschussen. Außerdem haben wir bereits letztes Jahr mit den Airlines die lärmabhängigen Flughafenentgelte verschärft. Auch eine Ausweitung des Luftverkehrs in der Nachtzeit ist für uns kein Thema. Es gibt eine gültige Nachtflugregelung in Düsseldorf, an der wir nicht rütteln. Man sieht, dass uns der Anwohnerschutz wichtig ist. Letztlich sind solche Vorhaben immer ein Stück weit eine Abwägungssache zwischen Nachteilen für direkte Anwohner und Vorteilen für die gesamte Region.

HINKEL  Schauen wir für einen Moment einmal gemeinsam über den Tellerrand: Haben Sie eigentlich einen Lieblingsflughafen – natürlich nach Düsseldorf? Wenn ja: warum?

SCHNALKE  Athen-Eleftherios Venizelos und Lissabon-Portela… Diese Flughäfen verbinde ich mit schönen privaten Erinnerungen.

HINKEL  Von Düsseldorf aus fliegen viele Millionen Menschen im Jahr in die Welt. Jeden Tag sind gut 80.000 Fluggäste, Besucher, Bringer und Abholer am Airport. Alle erleben auf Reisen ihre ganz eigenen Momente. Neben wem würden Sie denn gerne einmal im Flieger sitzen?

SCHNALKE  Neben Alexander Gerst (deutscher Raumfahrer).

HINKEL  Stellen Sie sich einmal folgende wunderbare Situation vor: Sie laden mich zum Essen ein, welche Art von Restaurant würden Sie privat wählen? (Hinkel schmunzelt)

SCHNALKE  Wenn Sie zahlen, eines der gemütlichen Restaurants im Düsseldorfer Norden. (Schnalke lacht)

HINKEL  …und was würden Sie sich bestellen?

SCHNALKE  Ein saftiges Steak und einen leckeren Nachtisch, vorzugsweise im Marzipanmantel.

HINKEL  Wer packt bei Ihnen zuhause eigentlich den Koffer?

SCHNALKE  Selbst ist der Mann…

HINKEL  Und was darf bei Ihnen bei längeren Flügen im Handgepäck auf keinen Fall fehlen?

SCHNALKE  Ein Schokoriegel und ein gutes Buch.

HINKEL  Zum Abschluss möchte ich Sie noch um kurze Antworten auf die folgenden Fragen bitten: Können Sie sich noch an Ihren ersten Flug erinnern? Wohin ging es damals?

SCHNALKE  Nach Mallorca – in den Urlaub.

HINKEL  Wählen Sie generell eher Fenster oder Gang?

SCHNALKE  Gang.

HINKEL  Süß oder Salzig?

SCHNALKE  Süß.

HINKEL  Ham or Cheese?

SCHNALKE  Eindeutig Ham.

HINKEL  Tomatensaft oder Wasser?

SCHNALKE  Wasser. Tomatensaft mag ich ehrlich gesagt weder am Boden, noch in der Luft.

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